Ausbildung am Defibrillator

Ein Defibrillator ist ein medizinisches Gerät, es kann durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern und Kammerflattern (Defibrillation) beenden.

Die Feuerwehr Helsa ist im Besitz eines Defibrillators und wir trafen uns daher am Wochenende 19. – 21. Januar 2007 mit 30 Kameraden und Kameradinnen im Feuerwehrhaus Helsa zur Ausbildung, da das Medizinproduktegesetz vorschreibt, dass Defibrillatoren in Organisationen, also auch in der Feuerwehr, nur nach Einweisung durch den Hersteller oder einer von ihm ermächtigten Person zum Einsatz gebracht werden dürfen. Die Ausbildung wurde von Hans-Hermann Becker, Ausbilder vom Roten Kreuz, durchgeführt. Die Einweisung in den Defibrillator der Feuerwehr Helsa übernahm Heiko Huss. Er und Nadine Vogelsang wurden seinerzeit bei Anschaffung des Gerätes durch den Hersteller eingewiesen.


Zum Einstieg in das schwere Thema mussten wir uns zunächst mit viel Theorie beschäftigen. So muss man z.B. wissen, dass man bei Personen unter 8 Jahren oder mit einem geringern Körpergewicht als 25 kg keinen Defibrillator einsetzen darf. Dies ist nur eine von den 10 Regeln die uns Hans-Hermann Becker erklärt hat und auch auf einem Merkblatt zusammen gefasst hat.

Praktisch starteten wir dann mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung in der Ein- und Zwei-Helfer-Methode. Abwechselnd wurde hier 30 x die Herzdruckmassage durchgeführt und anschließend 2 x beatmet. Für das Beatmen kamen auch unsere Beatmungsbeutel zum Einsatz, damit wir mit dem Umgang sicherer werden und Übung bekommen.


Weiter ging es dann mit der praktischen Ausbildung am Defibrillator. Immer 2 Helfer mussten sich um eine am Boden liegende Person (nachgestellt durch Übungspuppen) kümmern. Die Person musste zunächst angesprochen werden, nachdem Bewusstlosigkeit und Atemstillstand festgestellt wurde, wurde sofort von einem der beiden Helfer die Herzdruckmassage durchgeführt. Der Andere nahm den Defibrillator in Betrieb und klebte die Elektroden auf den Oberkörper. Der Defibrillator, ein sogenannter automatisierter externer Defibrillator (AED), analysierte den Herzrhythmus und entschied danach, ob eine Defibrillation (Elektroschock) notwendig ist. Nur bei einem positiven Ergebnis wurde die Funktion „Schock“ freigeschaltet und konnte durch den Anwender ausgelöst werden. Vor Abgabe des Schocks mussten sich alle in der Nähe des Patienten befindlichen Personen entfernen, dies wurde am Besten mit dem Ausruf „Achtung Schock, weg vom Patienten“ deutlich gemacht. Wenn der Patient nach der Defibrillation wieder freigegeben wurde (der Defibrillator gibt hierzu genaue Anweisungen) musste sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung fortgefahren werden, in der Realität heißt das bis zum Eintreffen des Notarztes oder des Rettungsdienstes.

Zum Abschluss waren wir uns einig, dass die Ausbildung sehr interessant und wichtig war. Natürlich hatten wir auch viel Spaß dabei, dennoch war uns immer bewusst, wie ernst die Lage sein wird, wenn der Defibrillator das erste Mal zum Einsatz kommen sollte.